RedeÜberWege

Folge Neun: Christian Holtorf

Sonntag, den 16.08.2020

Ich brauchte ein wenig Zeit diese Folge zu reflektieren, da Christian Holtorf in dem Gespräch einiges gesagt hat, was mich zum Nachdenken anregte. Was ich erstmal an seinem Weg spannend fand war, dass obwohl er so viele unterschiedliche Dinge getan hat, sich doch ein Faden durchzieht. So ist er immer neugierig geblieben, hat seine Fühler ausgestreckt und geschaut, was eigentlich links, rechts, oben und unten neben ihm passiert und das finde ich ganz, ganz wichtig: Auch bei der Studienwahl bzw. im Studium. Vor allem die letzten drei Monate habe ich mich intensiv mit der Wahl meines Studiums beschäftigt und auch wenn diese Aufgabe und die Wahl groß und schwer auf einem lastet, konnte ich durch die Gespräche, die ich geführt habe entspannter werden. Christian Holtorf hat studiert was ihm Spaß gemacht hat und ist einfach immer wieder dem nachgegangen was ihn grade beschäftigt hat, was er grade spannend fand. Und das erinnert mich daran, was meine Oma (Folge #7) gesagt hat; man kann oft eh nur für den Moment entscheiden; was möchte ich jetzt grade? Was finde ich im Moment spannend? Was beschäftigt mich jetzt? Was will ich jetzt lernen? Niemand kann in die Zukunft schauen und wenn man weiß, was man in diesem Moment will, ist das oft schon sehr, sehr viel. Nichtsdestotrotz hat Christian Holtorf immer hart gearbeitet und hat Dinge gezielt verfolgt. Auch wenn ich sage; schaut euch um, macht was euch Spaß macht, etc. denke ich, dass alles harte Arbeit erfordert. Auch wenn wir manchmal, wenn wir aus der Schule kommen, denken: irgendwann - nur noch nicht jetzt - weiß ich was ich studieren möchte. Wir fangen an Entscheidungen vor uns herzuschieben und zu denken, wenn ich wissen würde, was ich machen wollen würde, würde ich ja auch hart arbeiten, mich anstrengen, etc., aber das kommt ehrlich gesagt schon viel früher. Lasst euch von jemanden der ein Gap-Year gemacht hat sagen; auch ein Jahr später ist die Erkenntnis nicht vom Himmel gefallen. Nicht das ich irgendwas dagegen habe ein Gap-Year zu machen - eher das Gegenteil - mein Punkt ist, dass die Antwort trotzdem in den meisten Fällen nicht vom Himmel fällt. In den seltensten Fällen sitzt man daheim und auf einmal wird einem klar: ich möchte Arzt werden. Nein: probiert aus, fragt nach, erkundigt euch, hört euch alle Folgen an ähem, ähem und sprecht vor allem mit anderen, die auch in dieser Phase stecken oder eben schon raus sind, aber wartet nicht, dass jemand anderes für euer Leben entscheidet, denn guess what - früher oder später tut das vielleicht wirklich jemand und dann - ist man dann wirklich da wo man sein möchte?